Bis in die 1980er Jahre verfügte Buchschwabach über zwei Bankfilialen. Die Raiffeisenbank war im Magdalenenweg. Und die Sparkasse war direkt an der Hauptstraße im ehemaligen Feuerwehrhaus. Statt EC-Cash gab es damals hauptsächlich Bargeld. Und statt onlinebanking erfolgten Überweisungen handschriftlich und Beratungen sogar persönlich. Häufig besuchten Bankmitarbeiter ihre Kunden sogar zu Hause. In dieser Zeit ereignete sich in Buchschwabach ein kleiner Krimi mit lustigem Ausgang. Der Banküberfall in Buchschwabach.
Dieser Beitrag ist Werner Albert gewidmet. Werner erzählte dem Autor von dem Banküberfall. Leider verstarb Werner viel zu früh und überraschend im Jahr 2025. Ein geplantes Interview konnte leider nicht mehr stattfinden. Daher entstand diese Geschichte durch Handnotizen aus einem spontanen Gespräch mit Werner Albert ebenfalls im Jahr 2025.
Bankgeschäfte waren vor ein paar Jahrzehnten anders
Heutzutage sind Bankfilialen meist von Weitem zu erkennen. Durch auffällige Reklame und große Geschäftsräume fallen Bankfilialen schnell in den Blick. Man findet sie in Städten in attraktiver Lage . Bis in die 1980er Jahren gab es auch auf dem Land noch großen persönlichen Bedarf. Bargeld war üblich. Onlinebanking und EC-Karten wurden erst erfunden. Daher waren kleine Bankfilialen in den Dörfern langezeit üblich und wichtig. So auch im mittelfränkischen Buchschwabach.

Bankfilialen auf dem Dorf.
Gleich zwei Bankhäuser waren in Buchschwabach präsent. Anfangs residierten Sparkasse und Raiffeisenbank jeweils als Untermieter in Zimmern von Privathäusern. Erst später bezogen die Bankfilialen im Ort eigenständige Geschäftsräume. Bevor Sparkasse und Raiffeisenbank noch nicht im alten Feuerwehrhaus, bzw. im Magdalenenweg ansässig waren, war für Außwärtige kaum erkennbar, wo die Bankfiliale zu finden ist. Damals war das üblich. Und genau das war Ursache für diese reale Krimikomödie in Buchschwabach.
Der Banküberfall in Buchschwabach
Eines Tages, ungefähr im Jahr 1980, betraten zwielichtige Gestalten ein Privatgebäude in der Nähe zur Hauptstraße Buchschwabach. Eben jenes Privatgebäude, in dem auch die Raiffeisenbank eingemietet war. Auf der Hauswand war ersichtlich, dass irgendwo in diesem Privathaus die Bankfiliale zu finden ist. Doch im Inneren des Gebäudes verlor sich die Orientierung. Denn Innen sah es aus wie im Flur ein Wohnhauses. Die finsteren Gestalten standen nicht wie geplant in einer Bank. Sondern zwischen Wohnungstüren. „Nun gilts! Jetzt ran an die Moneten!“ Die Räuber waren nervös und puschten sich gegenseitig hoch. Aber sie waren ratlos. Ist die Filiale nun hinter der linken oder der rechten Wohnungstür?
Verwirrung und Flucht
Schließlich trafen die beiden Räuber eine Entscheidung nach Bauchgefühl. Und sie öffneten maskiert eine der beiden Wohnungstüren. „Volles Risiko. Dahinter wartet Cash. Big Money. Der Bruch muss sitzen.“ Doch statt einer Bankfiliale trafen sie auf die Vermieterin des Hauses. Und obendrein verwechselten die Räuber die Dame auch noch mit der Filialfrau. Selbstbewusst forderten die kriminellen Pechvögel: „Schnell! Raus mit der Knete!“ Verdutzt antwortete die Dame: „Bei mir sind Sie aber falsch. Geld habe ich gar keines zu Hause.“ Die beiden Räuber schauten sich irritiert an, drehten sich um und rannten aus dem Haus.

Das Ende der Filialen und letzte Spuren
Jahre später zogen die beiden Geldhäuser in Buchschwach in eigenständige Geschäftsräume. Die Raiffeisenbank war schließlich im Magdalenenweg zu finden. Und die Sparkasse bezog Quartier direkt an der Hauptstraße zur B14 im ehemaligen Feuerwehrhaus. Bis dann ungefähr um das Jahr 1987 beide Filialen ihre Pforten in Buchschwabach schlossen. Die Anforderungen an Kundenberatung und Geldverkehr hatten sich verändert. Ein letzter sichtbarer Hinweis auf die Bankfilialen in Buchschwabach sind im Jahre 2025 noch Reste der Außenwerbung für die Raiffeisenbank am Haus im Magdalenenweg.
Somit bleiben nur noch letzte Spuren der Buchschwabacher Bankfilialen. Sowie die kuriose Erinnerung an jene Bankräuber, welche sich im Privathaus verlaufen hatten. Danke an Werner Albert, der dem Autor im Juni 2025 diese Geschichte erzählte. Die Geschichte vom Banküberfall in Buchschwabach.