Von Ende März bis Anfang April 2024 strömten ungewöhnlich hohe Mengen an Saharastaub nach Bayern. So auch am 08.04.2024 als das Titelbild zu diesem Beitrag entstand. Laut wetterochs stiegen die Werte auf bis zu 2 Gramm pro Kubikmeter Höhenluft. Der feine Staub hatte einen weiten Weg hinter sich. Von Afrika über Südeuropa bis über die Alpen zog es ihn in hohen Luftschichten bis nach Deutschland. Und danach weiter nach Nordeuropa und Russland. Aufgrund des Luftdrucks meldeten die hauseigenene Wetterstationen in Buchschwabach eigentlich wolkenlosen Himmel. Doch der Saharastaub sorgte den ganzen Tag über für trübes Licht.
Laut einigen Quellen (link wiki) (link ard alpha) ist der Staub sogar nützlich für die Landwirtschaft. Denn der feine Staub gilt auf dem Boden als fruchtbarer Dünger. Wenn der Saharastaub niederfällt, dann bringt er zugleich wertvolles Calcium und Magnesium auf den Boden auf. In der Feinstaubmessung ist der Saharastaub ebenfalls nachweisbar jedoch laut Forschermeinung ungefährlich. Die Partikelgröße beträgt zwischen 1µm und 40µm. Der überwiegende Teil der Partikel ist größer als 10µm und somit nicht so leicht lungengängig. Die Feinstaubmessung in der Umwelt- und Verkehrsmessung konzentriert sich meist auf 2,5µm bis 10µm. Je kleiner die Partikel sind desto leichter dringen die Partikel in die Lunge und deren Schichten ein. Doch dafür sind die meisten Partikel des feinen Staubs aus Afrika zu groß.

Einfluss auf die solare Stromerzeugung
Für die Stromerzeugung durch Photovoltaik sind Tage mit hoher Konzentration in der Luft eher schlecht. Laut Messungen in Buchschwabach brach der Ertrag bei Sonnenstrom im Vergleich zu einem wolkenlosen Tag um bis zu 80% ein. Alleine die Anlagen auf Freiflächen zwischen Raitersaich und Buchschwabach sowie Aufdachanlagen in der Ortschaft können an Spitzentagen mehr als 10MW Leistung erzeugt werden. Am 08.04.2024 reduzierte sich der erzielbare Ertrag jedoch auf einen Bruchteil.

Kleiner FunFact zum Thema Energie in Buchschwabach: Auch ohne Saharastaub können die Wind- und PV-Anlagen ihr Potential am Ort nicht ausschöpfen. Einige Betreiber großer PV-Anlagen melden, dass ihre Anlagen in und um Buchschwabach an manchen sonnenreichen Tagen derzeit ohnehin bereits vor 12 Uhr abgeschaltet werden. Dies erfolgt über ein Rundsteuersignal durch die Netzbetreiber. Da die lokalen Netzbetreiber die erzeugte Energiemenge aufgrund Netzengpässen gar nicht über die Netze transportieren können. Und somit durch Abschaltung die Erzeugung begrenzt werden muss. An Tagen mit starkem Saharastaub war dies jedoch nicht notwendig, da der Ertrag ohnehin auf einen kleinen Teil der Nennleistung sank.
Ungewönlich warm bereits Anfang April
Der Saharastaub führte zudem zu ungewöhnlich hohen Temperaturen. Anfang April 2024 wurden in Buchschwabach bereits 25GradC gemessen. Kaum Wind und wonnig-warm schon kurz nach Ostern. Wetterochs schrieb am 08.04.2024 auf seiner homepage:
Die aktuellen Satellitenbilder zeigen, dass der Saharastaub heute am Montag nicht zur Bildung dichter Schleierwolkenfelder führt (zu wenig Feuchtigkeit?). Unter diesen Umständen sind die von den Wettermodellen anvisierten Rekordtemperaturen von 28 Grad durchaus erreichbar.
Fazit zum Saharastaub in Buchschwabach
Der überdurchstitliche Saharastaub bot im Jahr 2024 seltene aber interessante Licht- und Naturschauspiele. Der Staub bietet einen Mehrwert für die Landwirtschaft und ist laut geltender Einschätzung gesundheitslich unbedenklich. Jedoch führt die Staubbelastung in der Atmosphäre zu massiver Reduktion bei Sonnenstrom.