Roßtal / Stein / Großweismannsdorf / Buchschwabach: Am 27. Februar 2026 stand nachts auf der Straße B14 ein LKW in Flammen. Dank technisch und taktisch brilliantem Einsatz der Feuerwehren aus dem Marktgebiet Roßtal und Stein konnte Schlimmeres verhindert werden. Fernab vom Hydrantennetz wurden mehr als 10.000 Liter Wasser und Schaummittel punktgenau in Rekordzeit eingesetzt.
Er ist einer von ca. 500.000 Berufskraftfahrern in Deutschland. Nachtschicht. Routiniert fährt er für eine regionale Spedition wieder sein Gespann. Kurz nach ein Uhr nachts will er auf der freien B14 den Landkreis Fürth durchqueren. Doch plötzlich gibt es einen Knall und das moderne Boarddisplay im LKW wird gefühlt zum Weihnachtsbaum. In Fahrtrichtung Buchschwabach hält er kurz nach der Abzweigung Roßtal mit seinem Gespann am Straßenrand der B14. Auf der Sattelplatte seines blauen LKW liegt ein gekühlter Auflieger voll mit Wurstwaren. Als er aussteigt bemerkte er Brandgeruch. Sofort alarmiert er die Leitstelle Nürnberg. Nur wenig später schlagen die ersten Flammen aus der Zugmaschiene.
Alarmierung per Sirene aufgrund Brand LKW
Gegen halb zwei Nachts löst die Leitstelle Nürnberg Alarm für Roßtal aus. Laut Ohrenzeugen folgt um ca. 01:47 Alarmierung der Feuerwehr Buchschwabach mit Sirene. Bereits vor Ort ist die Polizei, Rettungswägen kommen ebenfalls hinzu. Auch treffen das Tanklöschfahrzeug und die Drehleiter aus Stein ein. Für die Löscharbeiten ist viel Wasser notwendig. Der brennende LKW steht jedoch außerhalb der Ortschaft und fernab vom Hydrantennetz.
Das Problem der Wasserversorgung
Im Tanklöschfahrzeug aus Stein werden ca. 5.000 Liter Wasser mitgeführt (link), die beiden Hilfeleistungslöschfahrzeuge aus Roßtal bringen je ca. 2.000 Liter mit. Zusammen mit weiteren Fahrzeugen konnten mehr als 10.000 Liter Wasser, Spezialgerät und Schaummittel am Einsatzort bereitgestellt werden. In der Kürze der Zeit eine enorme Leistung. Denn der brennende LKW stand außerhalb geschlossener Ortschaft und fernab vom Hydrantennetz.
Drehleiter im Einsatz, Umwelt geschützt
Hilfreich war zudem die Drehleiter der Stadt Stein. So konnte von oben der Löscheinsatz ergänzt und ein Übergreifen der Flammen auf den Sattelauflieger vermieden werden. Hierbei ging es nicht nur um die Rettung mehrerer Tonnen Wurstwaren. Bei den meisten Kühlfahrzeugen besteht die Innen- und Außenwand aus Metall. Dazwischen ist PU- oder PUR-Schaum eingefügt. Bei Verbrennung dieses Schaumes entsteht unter anderem hochgiftige Blausäure. Dies wäre für Umwelt und Einsatzkräfte ein gefährliches Gesundheitsrisiko gewesen. Dank der guten Koordination konnte somit Schlimmeres vermieden werden.
Ausstattung der Freiwilligen Feuerwehren auf hohem Niveu
Neben Werkzeugen zum Löschen kam unter anderem ein spezielles Gerüst zum Einsatz, sowie Werkzeuge zum öffnen, schützen und kontrollieren des abgebrannten LKW. Zudem wurde Diesel aus dem LKW-Tank umgepumpt und gesichert. Dabei trugen die Feuerwehrkameraden spezielle Schutzkleidung. Hilfreich war zudem die Wärmebildkamera. Damit konnten u.a. versteckte Hitzequellen entdeckt und der Löschfortschritt kontrolliert werden. Den Einsatz der unterschiedlichen Gerätschaften trainieren die Feuerwehrmitglieder bei Übungen in ihrer Freizeit.
Ein Feuerwehrkamerad verletzt, hoher Sachschaden, Ware großteil gerettet
Leider wurde bei dem Einsatz ein Feuerwehrkamerad leicht verletzt. Hier wünschen seine Kameraden und auch lokale Mitleser auf socialmedia gute Besserung (link). Insgesamt beträgt der Sachschaden laut Pressemitteilung ca. 300.000 Euro. Die Bundesstraße war wärend der Löscharbeiten weitgehend gesperrt und der Verkehr wurde durch die Feuerwehr lokal umgeleitet.
Langwieriger Einsatz, anschließend Erdreich ausgebaggert
Kurz vor 5 Uhr wurden weitere Kräfte nachalarmiert um den beginnenden Berufsverkehr zu leiten. Dann gegen 9 Uhr morgens rückten die meisten Einsatzkräfte wieder in die Feuerwehrhäuser ein. Anschließend übernahm die Straßenmeisterei. Unter anderem wurde potentiell kontaminiertes Erdreich an der Bundesstraße ausgebaggert und fachgerecht entsorgt.
Fazit
Die ehrenamtlichen Feuerwehrkameraden haben in Verbund mit dem betroffenen Berufskraftfahrer, Polizei, Rettungsdienst, der Abschleppfirma und der Straßenmeisterei Großes geleistet. Die Umwelt wurde geschont und Schlimmeres verhindert. Fernab der Hydranten wurden mitten in der Nacht mehr als 10.000 Liter Wasser und moderne technische Ausstattung eingesetzt. Punktgenaue Reaktion aller Beteiligten.
Weitere Berichte und Bilder zum Löscheinatz LKW-Brand zwischen Großweismannsdorf und Buchschwabach
Einsatzbericht Feuerwehr Roßtal https://www.feuerwehr-rosstal.de/einsatz.php?id=7678
Pressebericht Polizei Mittelfranken: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/6013/6225566