Einmal pro Jahr fliegt ein Hubschrauber entlang der Stromleitungen (=Freileitungen) bei Buchschwabach. Im Jahr 2026 berichtete sogar die lokale Presse über verunsicherte Bürger bis nach Fürth. Der Grund ist leicht erklärt. Denn die Kontrollflüge dienen der Sicherheit der Energienetze und werden vom lokalen Netzbetreiber organisiert.
An Buchschwabach führt eine 110kV Leitung vorbei. Diese Leitung verbindet das Gaskraftwerk in Nürnberg (Mast 1) mit dem Umspannwerk Müncherlbach (Mast 40). Über diese Freileitungen können z.B. regenerative Energien aus dem Umland nach Nürnberg geleitet werden. Bei Energieengpass wird darüber u.a. Strom aus dem 800MW Kraftwerk in die Verteilstelle Raitersaich geschickt und kann somit über weite Teile Nordbayerns verteilt werden.
Besorgte Bürger rufen bei der Polizei an
Einmal im Jahr überfliegt ein Hubschrauber ganz langsam die Freileitungen in der gesamten Region. So auch in Buchschwabach. Der Tiefflug erzeugt Fluglärm und verunsichert immer wieder Bürgerinnen und Bürger. So berichten die Nürnberger Nachrichten von besorgten Anrufen bei der Polizei (link NN) .
Regelmäßige Inspektion der Hochspannungsleitung
Doch der Grund für die Überflüge ist einfach erklärt. Der Hubschrauber verfügt über eine Spezialkamera (link wikipedia). Damit lassen sich so genannte Koronar-Entladungen sichtbar machen. Koronarentladungen können unter anderem durch schadhafte Teile entlang der Freileitung entstehen. Diese Entladungen sind unerwünscht und erzeugen mehrere Probleme. Zum Einen können Koronarentladungen den Funkverkehr stören. Zum Anderen erzeugen diese Koronarentladungen unnötige Energieverluste entlang der Leitung (link GOBA). Die regelmäßige Kontrolle der Freileitungen mit Hubschrauber und Spezialkamera macht entstehende Probleme frühzeitig sichtbar.
Was ist, wenn Probleme gefunden werden?
Sofern die Koronarkamera beim Überflug Probleme feststellt, werden die defekten Stellen der Freileitung notiert und an den Netzbetreiber übermittelt. Der Netzbetreiber wiederum entsendet dann einen Bautrupp zur Instandsetzung der Mängel. Die Kamera und die Flüge mit dem Hubschrauber sind sehr teuer. Bezahlt wird dies durch Netzgebühren der Stromverbraucher. Kontrollüberflüge und zügige Reparatur sind jedoch günstiger, als wenn erst bei bei Funkstörungen reagiert wird oder Energieverlusten schleichend zunehmen. Zudem werden durch die Spezialkamera sowohl Art als auch Wegpunkt der Schadstelle sofort sichtbar. Die zeitaufwändige Fehlersuche vom Boden aus entfällt.
Hubschrauber über Freileitung kein Grund zur Sorge – im Gegenteil
Die langsamen und lauten Überflüge entlang der Hochspannungsleitung bei Buchschwabach sind somit kein Grund zur Sorge. Denn sie dienen dem Schutz von Technik und Umwelt. Unerkannt können so genannte Koronarentladungen erhebliche technische Probleme sowie sinnlose Energieverluste bedeuten. Eine am Hubschrauber montierte Spezialkamera macht diese Koronarentladungen sichtbar. Auf Reparaturbedarf kann gezielt reagiert werden.
Fazit
Die jährlichen, langsamen Überflüge entlang der Hochspannungsleitung Nürnberg nach Müncherlbach beauftragt der Netzbetreiber der Freileitung. Hierbei kommt eine teure Spezialkamera zum Einsatz, die Koronarentladungen erkennen kann. Ziel der Überflüge ist es, technische Mängel sichtbar zu machen und um bei Bedarf Reparatureinsätze örtlich zu planen.